DVD-Tipp: Pirates of the Caribbean
Captain Jack Sparrow und seine Freibeuter gehen in die letzte Runde
Es steht schlecht um die Piraten der Welt. Der machtgierige Lord Becket hat das Herz von Davy Jones und somit Macht über die Flying Dutchman. Er lässt nichts unversucht, selbst die Meere zu beherrschen und geht jede Intrige und jeden Verrat ein, um dieses Ziel zu erreichen. Die mächtigen Piratenfürsten sehen dies mit besorgter Miene und Captain Barbossa möchte mit Wills und Elizabeths Hilfe eine wehrhafte Allianz bilden. Um alle zu vereinen, muss man jedoch zunächst Jack Sparrow retten, und der ist seit seinem Kampf mit der Krake in einer Art Zwischenwelt gefangen...
"Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt" verwirrt von der ersten Minute an mit häufigen Szenewechseln und fast surrealen Eindrücken aus der Zwischenebene, in der sich Jack Sparrow zunächst befindet. Leider tragen die vielfältigen und unübersichtlichen Dauerverrätereien sämtlicher Protagonisten auch nicht zur Übersichtlichkeit bei. Gore Verbinski integriert außerdem zu viele Charaktere und reduziert die Person des Jack Sparrow auf ein Minimum.
Während Barbossa, Will, Elizabeth, Lord Becket und Davy Jones die mitunter dramatischen Ereignisse vorantreiben und wenig Zeit für Humor bleibt, verkommt Sparrows Figur zu einem manchmal arg albernen Witzbold, der für die Geschichte an sich eigentlich gar nicht nötig ist - schade.
Wer jedoch auf außergewöhnliche Schauwerte steht, der wird auch mit dem dritten Fluch der Karibik glücklich, denn nicht nur der 20-minütige Showdown liefert atemberaubende Spezialeffekte und unglaubliche visuelle Einfälle.
Bild und Ton
Wow! Seit langem mal wieder eine Live-Action-DVD mit einem uneingeschränkten, absoluten Top-Bild. Schon der Galgen zu Beginn ist knackscharf, und die Nebelschwaden bei den Exekutionen sind ohne Fehl und Tadel - kein Artefakt schleicht sich ein. Die schwierigen Anfangsszenen, die fast ausschließlich im Dunkeln spielen, sind dennoch kontrastreich und verbergen keine Details. Nahaufnahmen von Gesichtern sind beängstigend scharf und zeigen alle Scheußlichkeiten, die Regisseur Verbinski seinen Darstellern ins Gesicht schminken ließ. Wenn wir dann Jack, oder besser gesagt seiner Nase, zum ersten Mal begegnen, ist Pirates of the Caribbean ein Muster an Detailauflösung. Nicht ganz so gut schlägt sich der Ton, der trotz druckvollem Einsatz des Subwoofers (Flying Dutchman taucht auf 20’00) vor allem zu selten echte und spektakuläre Effekte auf den Rearspeakern platziert.
Extras
Auch die Extras enttäuschen gegenüber den vorherigen beiden Teilen. Es fehlt der gewohnte Audiokommentar von Gore Verbinski ebenso, wie ein ausführliches und langes Making-of. So machen die verpatzten Szenen auf der ersten Disk noch am meisten Spaß, wenn zum Beispiel Keira Knightley und Geoffrey Rush einfach nicht in der Lage sind, ihre Schwerter zu fangen.
Fazit
Es scheint ein wenig, als wäre den Filmemachern im letzten Jahr bei ihren Sequels etwas die Luft ausgegangen. Zwar macht das dritte Piratenabenteuer mehr Spaß als Spider-Man 3, dennoch wirkt es an vielen Stellen unschlüssig und verworren. Zumindest die technische Umsetzung der DVD weiß zu gefallen und macht den Abschluss der Freibeuter-Trilogie zum Pflichtprogramm für Heimkinofans mit Freude am Großbild.
Timo Wolters
- 23.01.2008
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